4. Dezember 2011

Feuertaufe wiederholt und abgewertet

Wer war das? Blickt man auf die letzten Blogeinträge dürfte des Rätsels Lösung  nicht schwer sein: David Lama. Zusammen mit Hansjörg Auer kletterte er am Wochenende durch die steilen 130 m auf der Loferer Alm. Nur einen einzigen Tag brauchte David für die von Guido Unterwurzacher und Alexander Huber erstbegangene Tour. Hier Davids Text:

Ich hänge in der zweiten Seillänge und merke wie mir ganz langsam der rechte Fuß wegrutscht. Der winzige Tritt auf dem ich gerade stehe wird immer schlechter und einen Augenblick später segle ich bereits durch die Luft. Ich falle ein paar Meter, dann verspüre ich einen leichten Ruck, der mich ein wenig bremst, aber der Friend hält nicht – ich falle weiter. Meine nächste Zwischensicherung ist ein Bohrhaken und der ist natürlich bombig...

Ich ziehe mich am Seil hoch und bouldere die Stelle gut aus. Dann versucht Hansjörg die Seillänge und dann mache ich wieder einen Versuch. Ich habe das Gefühl, dass ich die Länge dieses Mal klettern kann. In der Schlüsselpassage bleibt mein rechter Fuße stehen und der Schnapper in das große Loch gelingt mir. Der Rest der Seillänge ist nicht mehr schwer und ich klettere ohne Probleme zum Stand.
Da ich etwas zu ungeduldig geklettert bin und einen Griff übersehen habe, brauche ich auch für die dritte Seillänge, eine 8a+, einen zweiten Versuch. Dann kommen zwei leichte Längen in denen ich mich wieder ein wenig erholen kann.
Die letzten zwei Seillängen haben es dafür aber nochmal in sich. In der Ersten schaffe ich es auf Anhieb die richtigen Griffe und Tritte zu finden, aber die Zweite stellt sich als sehr anspruchsvoll heraus. Sie ist nicht einmal senkrecht und mit 8a+ eine der schwersten Längen der ganzen Route. Erst im dritten Versuch knacke ich die Schlüsselstelle und klettere zum Stand.
Infos zur Route: Die „Feuertaufe“ führt genau durch den steilsten und kompaktesten Wandteil des Urlkopf. Sie bietet geniale Kletterei in bestem Fels und wer das Niveau hat, sollte die Route auf jeden Fall probieren. Hier noch ein Bewertungsvorschlag von Hansjörg Auer und mir: 7a+, 8b, 7c+, 6b, 7a, 7c+, 8a (Original: 7c, 8b+, 8a+, 6b, 7b+, 8a+, 8a+)

1. Dezember 2011

Hansjörg Auer klettert "Bayerischen Traum" solo

Neun Seillängen  bis ca. 7a  erwarten den Aspiranten auf diesen Klassiker an der Schüsselkarspitze im Wetterstein. Berühmt ist vor allem die komplett selbst abzusichernde Piazsschuppe in der fünften Seillänge. Richtig schwer wird es allerdings erst in der übernächsten Länge. Der Linksquergang fordert athletische Züge, die in eine delikate Platte mit einem unangenehmen Aufsteher überleiten, ehe es realtiv großgriffig zum Stand geht. Hier der Bericht von Hansjörg:


Ein Kletterer in der berühmten Piazlänge
 I was thinking a lot about this post. But finally I decided to tell the story, because it´s somehow important to me. Maybe it´s also worth concerning the history of alpinism, but maybe it´s not. I don´t know.
Last days have been really intense. I don´t know why, but I played the match again. I walked on the borderline between passion and sanity. I was searching for this discrepance for a long time. To be honest, I never found the perfect moment during the last four years. I thought that I am more or less done with free solo climbing. But on the same side I knew that it will come back anyway in sudden. I was just rappeling after a nice climbing day with a friend of mine after doing the route „Hexentanz der Nerven“ on the same face and suddenly I got the message. Two days later I set off.
I free soloed a multi pitch route called „Bayrischer Traum“. Around 400 meters high, steep and a classic line. It´s located on the Southface of Schüsselkarspitze in the Wetterstein Mountains. It was opend in 1980 and free climbed in 1983. I climbed the route first time in 2002 but I was not able to free it. Then I never went for it again. I did many other routes on the wall. The most impressive days for me were the first free ascent of „Vogelfrei“ in 2009, the first repeat of „With or without you“ and the Free Solo of „Locker vom Hocker“, both during the incredible year of 2007. And last week I was able to add another important day for me.
The crux pitch felt hard. It´s exposed, steep and kind of powerful. If I compare it to the Free Solo of „Pesce“ it´s not far behind. For sure the new solo adventure is still more in my mind than all the other things and the facts that it was the first time to climb a powerful sequenze without rope and that my physical shape is not the best at the moment due to traveling too much over the last weeks, influences maybe my cognition. But anyway, I don´t want to challenge my adventures. I just want to tell you the truth how I experienced it.

„I climbed up along the West Ridge to the summit the day before. Everything went perfect. I was able to sneak out from every person who was around. I enjoyed a perfect sunset, made some amazing pictures before I went for the bivy. On the next morning I rappelled in and checked out the hardest sequenzes over four hours. There was no moment where I thought that it´s not possible, but I knew that the crux will be demanding. I was completely steered from this powerful cocktail of self confidence. I arrived on the base of the wall, chilled for an hour, listened to my ipod music and started at 1 pm. After one hour I topped out, screamed to signalise the end of my concentration, walked a little bit around and sat down and left my thoughts drifting. I climbed down the West Ridge, packed my stuff and walked down silently. When I came home, I was totally psychological exhausted. I started to talk about my adventure with my family and close friends. It helped me a lot.“


There is no clear grading of the route. It´s somewhere around UIAA 8. The route is well protected with bolts. Some pitches were cleaned up years ago. From this it follows that the line is not a demanding masterpiece, but in Free Solo Style you just pass the gear and you get a different feeling. I can tell you.

Schlagworte: Klettern Tirol, Klettern Oberland, Klettern Wetterstein, Klettern Schüsselkar

Älteres Topo,  Seillängen 6 und 7 sowie 8 und 9 werden heutzutage verbunden


29. November 2011

The great gig in the sky

 Ob Mark Amann und Kilian Fischhuber Pink-Floyd-Liebhaber sind, weiß man nicht. Was jedoch bekannt ist, ist ihre Vorliebe für Wettersteinkalk, vorzufinden beispielsweise an der "Chinesischen Mauer" bei Leutasch. Dort wiederholten beide unlängst "The great gig in the sky" 8c, eine ausgesetzte zweite Seillänge, die vor Jahren von Pink-Floyd-Liebhaber Jorg Verhoeven erstbegangen wurde.
 Schlagworte: Klettern Tirol, Klettern Oberland, Klettern Chinesische Mauer

Mark Amann, ein berühmt berüchtigter Alpinist
 

26. November 2011

Black Power

Heli Kotter aus Rosenheim konnte letzten Mittwoch Black Power am Schleierwasserfall klettern. Nach Thomas Katzelsberger und Adam Ondra gelang ihm damit die dritte Wiederholung der Huber-Route seit 1993. Zur Bewertung meint Heli, dass die Route 9a sein könnte oder zumindest 8c+/9a. Heli weiß wovon er spricht, hat er doch mit Mongo am Schleierwasserfall und Grandi Gesti in Sperlonga bereits zwei 9a's auf seinem Konto. Gratulation!
Schlagworte: Klettern Tirol, Klettern Unterland, Klettern Schleierwasserfall
Heli in Mongo 9a

Herbstziel: St. Johanner Palven (Steinplatte)

Am St. Johanner Palven (Waidringer Steinplatte, Tiroler Unterland) hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren einiges getan. Markus Bendler kletterte alle alten Projekte von Roman Kernmair und Co. und bohrte einige neue Linien ein. Der einheimischen Szene blieb dies natürlich nicht verborgen, weshalb die idealen Herbstbedingungen  ausgiebig genutzt wurden, um mit den neuen sowie alten vertikalen Spielsachen vertraut zu werden. Die Felsqualität und das warme Klima in der bis fünf Uhr sonnenverwöhnten Westwand machen das Gebiet zu einer lohnenden Alternative zum überlaufenen Achleiten.

St. Johanner Palven, Steinplatte:
1 - Die Krähe 7b (Roman Kernmair, Huwi Fink 1993)
2 - 8a (Markus Bendler 2011)
3 - Springboard 8b (Markus Bendler 2011, unwiederholt)
3a - Kante Projekt (Markus Bendler)
4 - Akte X 7b (Klaus Harasser 1990)
5 - Last Man Standing 8b/c (Markus Bendler 2011, war letztes alte Projekt, unwiederholt)
6 - Aphrodite 7b (Klaus Harasser 1990)
7- Schweine im Weltall 7a+ (Klaus Harasser 1990)
8 - Omen 7b+ (Roman Kernmair 1991)
9 - Krückenspiele 7a (Roman Kernmair 1991)
10 - Update 8c (Markus Bendler 2009, 1. WH Gebhard Bendler 2011)
Verbindung von 10 und 11 - Daydream ca. 8c (Markus Bendler 2010, unwiederholt)
11 - Sleepwalker 8b (Günther Unterrainer 1993, 1. WH. Hannes Rieser/Stefan Fürst?, 2. WH. Klaus Schermer 2002, Wiederholungen 2011: Guido Unterwurzacher, Hannes Gasteiger, Manuel Schweinberger)
12 - Rantanplan 7b/c (Roman Kernmair 1990, Wiederholungen Herbst 2011: Hannes Gasteiger u. Simon Berger onsight, Florian Simair, Judith)
13 - Sonnendeck  8b (Markus Bendler 2009, war altes Projekt, unwiederholt)
14 - Freilos 8b (Markus Bendler 2009, war altes Projekt, 1. WH. Manuel Schweinberger 2011)
15 - Slayer 7a (Huwi Fink)
16 - Palistro 7a (Huwi Fink)
17 - Wespenstich 7a (J. Wurzenrainer 1990)
18 - Bienenstich 6b+ (Andi Dötlinger 1990)
 
Anfahrt/Zustieg: Nach Waidring im Tiroler Unterland fahren. Von Waidring aus entweder mit dem Auto oder mit der Bergbahn auf die Steinplatte. Variatne Auto: Auf B178 von Innsbruck Richtung Lofer/Salzburg, bei Waidring links weg auf Mautstraße (Steinplatte angeschrieben, direkt gegenüber Ortseinfahrt Waidring), Straße kostet 8 Euro (Schluck!), im Herbst aber manchmal Schranken offen, dann gratis, hoch fahren bis zum Parkplatz, Aufstieg zur Stallenalm (5-10min.), bei Stallenalm rechts, Asphaltstraße wird verlassen, Aufstieg auf Forsttsraße (ca. 200 m.) bis links vor einem betonierten Wasserschloss und Schranken eine Skipiste abzweigt, auf Skipiste aufsteigen (ca. 300 m) bis rechts ein kleiner Wanderweg abzweigt, diesem folgen, nach ein paar Metern links auf Steigspuren zum Wandfuß (kleines Schild), ab Parkplatz ca. 20 min.Variante Bergbahn:  Von der Bergstation nach Süden (aussteigen und rechts), vorbei am Triassic Park, Abstieg über Klettersteig "Gamssteig" nach Westen (rechts), unmittelbar nach Klettersteig Weggabelung, hier rechts und in 2 min. zu den Einstiegen, ab Bergstation ca. 10 min.
Schlagworte: Klettern Tirol, Klettern Unterland, Klettern Steinplatte, Topo Steinplatte, St. Johanner Palven

23. November 2011

Viva la Steinplatte!

Die Steinplatte bzw. die angrenzende Loferer Alm scheint nicht mehr aus den Schlagzeilen zu geraten. Letztes bedeutendes Ereignis bildet die Flash-Begehung der Multipitchroute "De Hobuachane" 8a+ (6b, 8a+, 5c, 7c+, 6b, Erstbegeher: Herbert Ranggetiner, Wiederholer: M. Bendler, G. Unterwurzacher, R. Percht etc.). Roland Hemetzberger kam, kletterte und klinkte alle Haken ohne sie in irgendeiner Form mit seinem Körpergewicht zu belasten. Der junge Oberaudorfer wurde im Sommer bereits öfters in der einen oder anderen schweren Route dort oben gesichtet. Auch in  der "Feuertaufe", einer 8b+ mit wenigen Bohrhaken, wurden seine Spuren entdeckt. Man darf also gespannt sein, wann dieses Meisterwerk von Unterwurzacher und Huber die erste Wiederholung bekommt.
Schlagworte: Klettern Tirol, Klettern Steinplatte, Klettern Loferer Alm

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GWAG Climbing Team Schwendt. Verantwortlich für die Inhalte: GWAG Climbing Team Schwendt. Klettern, Tirol, Unterland, Österreich. Climbing, Tyrol, Austria.

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