19. Januar 2012

Eiskletterweltcup Cheongsong Korea

Der erste Eiskletterweltcup 2012 fand letztes Wochenende in Südkorea statt. Bei den Herren gewann der Russe Maxim Tomilov, bei den Damen die Südtirolerin Angelika Rainer. Gwagteam-Mitglied Markus Bendler, der schon viele Weltcups für sich entscheiden konnte, hatte dieses Mal leider Pech und rutsche  in der Qualifikation von einem Griff ab. Hier sein Bericht:

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich gerade im Flugzeug von Seoul nach Frankfurt. Ich fliege von der ersten Etappe des Eiskletter-Weltcups ’12 nach Hause. Auf dem Klapptisch vor mir steht eine Dose deutsches Bier und “European Style Chicken”, wie es die Stewardess nannte. Das “Korean Beef” habe ich ausgeschlagen – ich habe die Schnauze voll von Korea. Nicht, dass mich jemand falsch versteht, ich habe nichts gegen Korea als solches, ich bin nur im Moment mit mir selbst unzufrieden. Grund dafür ist der gescheiterte Plan  in Cheongsong an frühere Wettkampfergebnisse anzuknüpfen.
War es im letzten Jahr noch der Sieg bei diesem Weltcup, so habe ich diesmal Platz 32 im Gepäck. Meine schlechteste internationale Platzierung seit über sechs Jahren. Nach weniger als der halben Qualifikationsroute rutschte ich mit dem Pickel von einem Griff und hing fassungslos im Seil. Statt Siegerinterviews musste ich Fragen nach dem Warum beantworten.Meistens sagte ich: Pech!!! Aber ganz ehrlich: Ich habe keine passende Antwort! Viele meiner Mitstreiter meinten: Das passiert jedem einmal! Richtig: einmal! Doch diesmal war es das zweite Mal in Folge. Genau mit dem selben Missgeschick verlor ich letzte Saison am Schluss den fast sicheren Gesamtweltcuptitel. Solche Sachen sind das Ergebnis mangelnder Konzentration. Woher soll ich denn diese jetzt nehmen? Sudoku? Kreuzworträtsel?
 Ich habe mich auf diese Saison sehr gut vorbereitet und fühle mich stärker als die Jahre zuvor, aber die beste Fitness bringt nichts, wenn das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist nicht harmoniert. Ich bin auf der Suche nach meiner bewährten Mischung aus Kampfgeist und Lockerheit. Hoffentlich finde ich diese fehlenden Puzzleteile bis zum nächsten Weltcup!
Anbei ein großer Dank an  meinen Freund und “Coach” Manni($) Endstrasser für die Unterstützung auf dieser Reise!

Ergebnisse 
Women's Lead
 1. RAINER, Angelika ITA
2. GALLYAMOVA, Anna RUS
3. HROZOVA, Lucie CZE
Men's Lead
1. TOMILOV, Maxim RUS
2. TOMILOV, Alexey RUS
3. PARK, Hee Yong KOR

Women's Speed
1. SHABALINA, Viktoria RUS
2. KRASAVINA, MARIA RUS
3. FILIPPOVA, Maryam RUS
Men's Speed
1. SPITSYN, Ivan RUS
2. VAGIN, Alexey RUS
3. TOMILOV, Alexey RUS



10. Januar 2012

Eiskletterfestival Kandersteg


Letztes Wochenende fand das erste größere Eiskletterevent der Saison im schweizerischen Kandersteg statt. Da durfte Gwag-Team-Mitglied Markus Bendler natürlich nicht fehlen. Für den Sieg reichte es knapp nicht, denn der Eidgenosse Patrick Aufdenblatten hatte seine Pickel offenbar besser gewachst und war deshalb schneller. Im selektiven Halbfinale war Bendler noch auf Siegeskurs, im Finale wedelten gleich mehrere Rennläufer ins Ziel bzw. stiegen die Route top. Daraufhin entschied - wie üblich - der schnellere Pickelschwung und der Schwendter wurde Zweiter. Was weiter hoffen lässt ;-).  Interessant bei dem Wettkampf war die Zusammensetzung des 81 Personen umfassenden Teilnehmerfeldes. So versuchten nicht nur mehr oder weniger bekannte Alpinisten wie Tim Emmett oder Lukas Binder ihr Glück mit den Stahlklingen, sondern auch der 9a-geprüfte Sportkletterer Daniel Jung. Außerdem mit von der Partie waren Eiskletterpionier Will Gadd und Wettkampflegende Thomas "Steini" Steinbrugger. Sie alle hielten sich aber lieber dezent im Hintergrund ;-), siehe Ergebnisliste:

1 Patrick Aufdenplatten CH
2 Markus Bendler AT
3 Nicolai Primerov CH
4 Mirek Mateo CZ
5 Jack Müller CH
6 Raymond Gaetan FR
7 Dennis von Hook NL
8 Albert Leichtfried AT
9 Peter Ademe CZ
10 Ron Koller CH
11 Gian Segrebondi CH
12 Janis Hager CH
13 Jeff Mercier FR
14 Kevin Huser CH 46.74 45.18
15 Silvan Schüppach CH 44.77 47.64
16 Thomas Steinbrugger AT 31.38 dnf
17 Klemen Premrl SLO 45.39 dnf
18 Christian Schlessener GER 54.38 dnf
19 Tim Emmett UK 48.86
20 Ohov Isaksson SE 50.42
21 Gerome Yann FR 51.66
22 Lukas Binder GER 55.77
23 Dejan Koren SLO 56.05
24 Dodo Kopold SK 56.36
25 Benjamin Guigonnet FR 56.41
26 Dimytro Martynenko UA 56.84
27 Martin Hilz GER 1:01.18
28 Vladimir Belusov RUS 1:01.48
29 Yves Heuberger CH 1:03.32
30 Semi Spitzglus GER 1:03.31
31 Sebastian Schweizer CH 1:05.91
32 Michel Lochmatter CH 1:06.11
33 Daniel Jung GER 1:06.34
34 Matthias Jaggi CH 1:08.23
35 Fred Thelu CH 1:08.33
36 Samuel Clavien CH 1:08.52
37 Will Gadd CAN 1:10.58
38 Dominik Steiner CH 1:10.65
39 Jonas Alleman CH 1:11.38
40 Michal Sabovcik SK 1:16.56
41 Bostjan Mikuz SLO 1:16.77
42 Sergey Zeludkov RUS 1:20.41
43 Tobias Werner GER 1:21.38
44 Philip Steinbrugger AT 1:22.12
45 Dominik Lochmatter CH 1:22.45
46 Markus Jung GER 1:23.69
47 Denis Gruber CH 1:27.50
48 Remo Schaffer CH 1:28.16
49 Jan Schneider GER 1:31.22
50 Damian Beck CH 1:55.34
51 Lukas Withne CH dnf
52 Jan Neruda CZ dnf
53 Chrisatian Ledergerber CH dnf
54 Jean-Francoise Redron FR dnf
55 Jacob Veseliy SK dnf
56 Thomas Riis UK dnf
57 Kevin Aglaé FR dnf
58 Thomas Winter GER dnf
59 Felix Leissle GER dnf
60 Martin Krisch IT dnf
61 Stian SWE dnf
62 Eskil Johnson SWE dnf
63 Nino Blumental CH dnf
64 Christian Pondella USA dnf
65 Remo Gstöni FL dnf
66 Blasko Sylvester SLO dnf
67 Jonas Fritsche CH dnf
68 Corey Tatman GER dnf
69 Rafael Arn CH dnf
70 Andy Koch GER dnf
71 Allan Aubey FR dnf
72 Daniel Kulikov GER dnf
73 Michael Köster GER dnf
74 Markus Hauer D dnf
75 Mike Sembacher AT dnf
76 Greg Sinn USA dnf
77 Samuel Arey USA dnf
78 Georg Santner AT dnf
79 Alexander Lagua GER dnf
80 Gregor Mc Canbie UK dnf
81 Thomas Wintek AT dnf


15. Dezember 2011

Eiskletterweltcup 2012

Der Weltcupkalender für 2012:

14.-15. Jänner 2012, Cheongsong, Korea
20.-21. Jänner 2012, Saas Fee, Schweiz (zugleich Europameisterschaft)
2.-4. Februar 2012, Champagny en Vanoise, Frankreich
10.-11. Februar 2012, Busteni, Rumänien
8.-10. März 2012 Kirov, Russland

GWAG-Team-Mitglied Markus Bendler wird bei allen Bewerben teilnehmen. Wir werden berichten!

Sagwand Nordpfeiler solo

Der Winter ist noch nicht wirklich eingekehrt, aber trotzdem sind schon die ersten spektakulären Winterbesteigungen zu vermelden. Dieses Mal war David Lama quasi allein zu Haus - unterwegs. Der ob der Brüchigkeit sowie damit verbundenen Steinschlaggefahr gleich beliebte wie bekannte Nordpfeiler der Sagwandspitze in den Zillertaler Alpen (Valsertal, Geraerhütte, Einsatzgebiet Bergsteigersschule St. Jodok) bildete das Ziel. Erstbegangen wurde der stramme Fünfer oder die moderne VI- seinerzeit von Wastl Mariner und Paul - oder war es dessen Bruder Peter - Aschenbrenner. Jedenfalls jeder Mitglied des Alpinen Klubs "Die Karwendler". Wann? 1939 bereits. Länge? Ca. 800 Meter. Wiederholungen? Kaum 20 sagt man. Winterbegehungen??? Solobegehungen??????

Hier Davids Eindrücke:
"Um halb sechs in der Früh sperre ich das Auto hinter mir zu. Ich quere über ein ausgetrocknetes Bachbett auf die rechte Talseite und folge dort einem Geröllfeld immer weiter bergauf. Nach eineinhalb Stunden stehe ich bereits unter der Wand, die mich und meine zwei Kollegen, Florian Klingler und Thomy Dirnhofer, vor ein paar Tagen einfach nicht rauf lassen wollte. Ich setze mir meinen Helm auf, ziehe meine Steigeisen an und tausche meine Stöcke gegen meine Eisgeräte. Dann geht’s los...
Die erste Seillänge ist bereits eine der anspruchsvollsten. Über eine dünne Eisglasur klettere ich unter einen steilen Aufschwung. Der Wind hat die ersten zehn Meter dieser Steilstufe in eine senkrechte Mauer aus Schnee verwandelt. Der zweite Teil des Aufschwungs ist eine kurze Mixed-Passage, die ich heute technisch klettere. Dann wird das Gelände etwas flacher und die nächsten Seillängen sind relativ einfach.
Als ich mit Thomy und Florian hier war, kletterten wir direkt über die Pfeilerkante (V 6, 1000m). Wir waren 20 Stunden unterwegs und mussten trotzdem nur eine Seillänge unter dem Gipfelgrat umdrehen. Beim Abstieg stürzte Thomy und luxierte sich dabei noch den rechten Ringfinger und so endete unser Ausflug um drei Uhr früh im Krankenhaus in Innsbruck. Heute bin ich alleine unterwegs und versuche eine Linie in einem Gully etwas rechts der Kante (ungefähr IV 5, 1000m).
Nach rund 700 Klettermetern starte ich in den Gully, der am Gipfelgrat endet. Dünne Eisglasuren, vereister Schnee und kalter Fels wechseln sich ständig ab. Der Gully ist meist senkrecht, an ein paar Stellen sogar leicht überhängend und der Tiefblick macht das ganze extrem ausgesetzt. Eine Stelle in dieser engen Rinne klettere ich technisch, den Rest frei und nach nur fünf Stunden erreiche ich den Gipfelgrat, der sich als nicht besonders anspruchsvoll herausstellt. Eine viertel Stunde später stehe ich bereits am Gipfel und beginne mit dem Abstieg auf der Rückseite des Sagzahnpfeilers."

David kletterte dem Bericht zufolge  rechts der Originalführe. Eine Erstbeghung?
Schlagworte: Klettern, Alpin, Eisklettern, Klettern Tirol, Zillertaler Alpen




Topo von Reini Scherer

9. Dezember 2011

Guido in Patagonien

Guido Unterwurzacher war unterwegs in Patagonien. Seinen sympathischen Bericht (www.guido-rockside.blogspot.com) wollen wir euch nicht vorenthalten:

Zusammen mit Max Berger verbrachte ich Anfang November, knapp drei Wochen in Patagonien. Für mich war es die erste Reise ins Land der Stürme und mit Max hatte ich den perfekten Partner. Unser Ziel war klar definiert. "Was geht, geht!". Wir wollten uns nicht auf ein Ziel versteifen, sondern wir orientierten uns vielmehr an den Wetterfenstern und den Bedingungen vorort. Das Wetter war zum Glück auf unserer Seite und so konnten wir in rasantem Tempo einige große Routen machen und viele abenteuerliche Eindrücke sammeln.

4.11
Nach langer und anstrengender Reise erreichen wir um 16 Uhr das kleine Dörfchen El Chalten. Nach kurzem Wettercheck heißt es Rucksackpacken und Abmarsch.

5.11
Wir starten um 3 Uhr von unserem Biwak am Lago de los Tres und erreichen um ca. 12 Uhr den Gipfel der Aguja Poincenot über die "Whillans-Chocrane" Route. Steile Schneeflanke, coole Mixedkletterei. Es ist windig und ungemütlich und wir halten uns nicht lange auf und seilen gleich wieder ab, der Lange Abstieg nach El Chalten wartet.







6.11
Um 16.00 Uhr brechen wir auf ins Torre Tal. Traumwetter. Kein Wind, keine Wolken.


7.11
Um 03.00Uhr läutet der Wecker. Wir brechen auf Richtung Cerro Standhardt. Vom Gletscher aus sehen wir Stirnlampen weit vor uns am Col Standhardt. Eine weitere Seilschaft. Im 5 Seillängen Eisschlauch ist das andere Team 50 Meter vor uns, es herrscht Bombenstimmung und auf Grund des Eisschlags sind wir kurz davor das Handtuch zu werfen. Wir seilen aus dem Schlauch ab, nach 20 Minütigem Hin und Her fällt eine Entscheidung. Wir starten durch. Um 16.30 erreichen wir überglücklich den Gipfeleispilz des Cerro Standhardt. Der lange abenteuerliche Abstieg soll uns nochmal einiges abverlangen. Als wir am Labyrinth des Torre Gletscher ankommen, sind wir uns einig, wir können nicht mehr und verbringen die Nacht am Gletscher.




8.11
Am Zahnfleisch kommen wir zurück nach El Chalten. Highligts sind Dusche, Bett, Pizza, Schokomousse und Bier. 14.11 Das Wetter war eine ganze Woche schlecht, Schneeflocken in Chalten, Regen und Wind. Genug Zeit um meine Erkältung auszukurieren und zu neuer Kraft zu finden.

16.11
Wir sind auf dem Weg zum Paso Superior, nächstes Ziel Fitz Roy über die "Franco Argentina". Am Lago de los Tres zwingen uns extrem starke Windböen zu einer drei Stündigen Pause. Der Wind lässt nach und wir erreichen um 16.00 Uhr die Schneehöhle am Paso Superior. Wir genießen die angenehme Sonne, trinken Cappucino und essen Schokolade. Zu sechst verbringen wir, mit den vier Jungs von VAUDE, unter ihnen zwei Tiroler Kumpels von mir, Hannes und Berti, eine "kuschelige" Nacht in der Schneehöhle.





17.11
Wir starten um 03.00 Uhr vom Paso Superior und erreichen um 06.30 Uhr den Einstieg auf der Brecha dellos Italianos. Die Kletterei fängt an und die vereisten Risse machen das ganze Unternehmen zu einer recht anspruchsvollen Angelegenheit. Wir kommen gut voran, meine tauben Zehen und Finger machen mir ein wenig Sorgen, der kalte Wind macht die Sache noch alpiner. Um 17.30 Uhr erreichen wir endlich den Gipfel des Fitz Roy. Wieder ist es der lange Abstieg der uns nochmal ein wenig nervös macht. Abseilen, Seil abziehen, beten, dass es nicht hängen bleibt, abseilen, abziehen, beten... Das Abseilen wurde nochmal zum Abenteuer, zum Glück war an einer Stelle das Seil lang genug. Um 00.00 Uhr kamen wir wieder zurück zur Schneehöhle, 21 Stunden Nonstop. Travellunch und Tee Jucheee!!!










18.11
PARTY!!!



21.11
Das erhoffte letzte Wetterfenster hat sich um einen Tag vorverschoben und wir schauen erstmal blöd aus der Wäsche starten aber um 11.00Uhr in El Chalten und rennen wie die Blöden vorbei am Lago Suzia zum Biwakplatz unter der Aguja St. Exupery und gleich weiter über den Gletscher zum Einstieg der "Austrian". Wir wollen in einem Zug die Nacht durchklettern, nach einigen Seillängen bringt uns die Vernunft und das sich anbahnende Schlechtwetter schließlich zum abseilen.






22.11

Es war ein beherzter Versuch, nach einer kurzen und äußerst ungemütlichen Nacht, machen wir uns am Morgen mit den Schneeflocken, auf den Weg zurück ins Tal. Wir freuen uns auf Daheim.

25.11
21.00 Uhr Ankunft in München!!!

Fäcts
Aguja Poincenot "Whillans-Chocrane"
Cerro Standhardt "Exocet"
Fitz Roy "Franco Argentina"
Versuch Aguja St. Exupery (in einem Zug von El Chalten!)

Es war ein sehr intensiver und erfahrungsreicher Trip in ein wildes und beeindruckendes Land, wir hatten Glück und konnten jedes Wetterfenster optimal ausnützen und sind gesund und munter wieder zuhause angekommen. Mit unserer Ausbeute sind wir mehr als zufrieden und es war sicher nicht der letzte Besuch...

5. Dezember 2011

Lama klettert Hovercraft

2003 oder so konnte Much Mayr ein 10 Jahre altes Projekt von Reini Scherer an der Chinesischen Mauer bei Leutasch befreien. Die Route heißt Hovercraft und liegt im Bereich 8b oder sogar 8b+.  David Lama gelang nun das Kunststück die extrem onsight-unfreundliche Route (sehr technischer und unübersichtlicher Boulder)  in erwähntem Stil zu klettern. Respekt!

Über mich

GWAG Climbing Team Schwendt. Verantwortlich für die Inhalte: GWAG Climbing Team Schwendt. Klettern, Tirol, Unterland, Österreich. Climbing, Tyrol, Austria.

Follower